Wasserpfeife.

Die Wasserpfeife - Auch riskant oder nur entspannend?

Wasserpfeifen sind gerade bei Jugendlichen im Moment der letzte Schrei. In jeder größeren Stadt finden sich Lokale, in denen gemeinsam in gemütlicher Atmosphäre geraucht werden kann. Unsicherheit besteht über die Frage, ob das Rauchen von Wasserpfeifen gesundheitsschädlich ist. Eltern fragen sich darüber hinaus, ob ihr Kind die Shisha zum Konsum von illegalen Cannabisprodukten verwendet.

WasserpfeifeIn Wasserpfeifen (auch Shisha oder Nagrileh genannt)  werden vor allem aromatisierte Tabake geraucht. Hierbei sind der Geschmacksrichtung keine Grenzen gesetzt von Apfel, Pfefferminze, Mango über Coca Cola bis hin zu Cappuccino gibt es fast alles. Den Tabaken wird ebenfalls pflanzliches Glycerin, Melasse, Honig oder Sirup zugefügt um eine bessere Rauchentwicklung zu garantieren.

Das Rauchen einer Wasserpfeife unterscheidet sich vom Rauchen einer Zigarette dadurch, dass der Rauch durch die kühlende Wirkung des Wassers tiefer inhaliert werden kann. Dadurch erreicht und schädigt der Rauch tiefere Lungenbereiche. Die Filterwirkung des Wassers muss als nicht ausreichend betrachtet werden, um die Giftstoffe aus dem Rauch zu extrahieren.

Bislang ist das Rauchen von Wasserpfeifen noch sehr wenig erforscht und die Ergebnisse sind schwer vergleichbar. Einigkeit besteht in der Fachwelt darüber, dass Tabakkonsum, egal in welcher Form, auf jeden Fall gesundheitsschädlich ist. Wasserpfeifentabak enthält neben dem abhängig machenden Nikotin über 4000 verschiedene Bestandteile, von denen 69 als krebsauslösend gelten. Der Rauch einer Wasserpfeife weist weit höhere Schadstoffwerte als Zigarettenrauch auf. Insbesondere liegen die Werte von Beryllium, Chrom, Kobalt, Blei und Nickel erheblich höher als im Zigarettenrauch. Ebenso sind die hohen Werte für Teer und Kohlenmonoxid auffällig.

Eine weitere Gefahr geht von der Übertragung von Infektionskrankheiten wie Hepatitis, Tuberkulose, Herpes oder Heliobacter-pylori-Infektionen aus, da die Raucher ein gemeinsames Mundstück benutzen.

Das Rauchen der Wasserpfeife kann man wegen der Unterschiede bei Konsumformen und Ritualen nicht generell mit dem Rauchen von Zigaretten vergleichen. Gesundheitliche Risiken gehen von jeder Konsumform von Tabak aus. Das Maß der Schädigung hängt natürlich unter anderem vom Rauchverhalten des Konsumenten ab. Besonders bei Jugendlichen ist ein erhöhtes Augenmerk auf die Motivation des Konsums zu legen. Unter entwicklungs- und lernpsychologischen Aspekten ist speziell bei Jugendlichen zu beachten, dass sich aus dieser "modischen" Konsumform u.U. eigene Konsummotive entwickeln. Da das Shisha - Rauchen auch "Nichtraucher" anspricht, könnte sich darüber eine neue Konsumentengruppe entwickeln, die sich des Abhängigkeitspotentials nicht bewusst ist.

Prävention

  • Erstkonsum vermeiden oder hinauszögern
  • Bei Konsum:
    • In großen Abständen (max. monatlich) rauchen
    • Nicht tief inhalieren
    • Über Konsummotive sprechen
    • Mögliche Fixierung beachten
    • Über Gesundheitsgefahren aufklären

Quellen

Links


Bekanntheit der Shisha und Shisha-Rauchen

In der neuesten Untersuchung der BZgA wurden erstmals Befunde zur Bekanntheit der Shisha (Wasserpfeife) und zum Shisha-Rauchen erhoben (nachfolgende Abbildung). Insgesamt 85% der Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren ist die Wasserpfeife oder Shisha bekannt. Mindestens einmal in ihrem Leben haben 38% der 12- bis 17-Jährigen Shisha geraucht. Der Anteil der Jugendlichen, die im letzten Jahr mindestens einmal Shisha geraucht haben, beträgt 31%. Aktuelle Konsumentinnen und Konsumenten, also Personen, die in den letzten 30 Tagen mindestens
einmal Shisha geraucht haben, sind 14% der Jugendlichen. Neben der Verbreitung des Shisha-Rauchens wurden bei aktuellen Konsumentinnen und Konsumenten auch die Anzahl der Tage, an denen im letzten Monat Shisha geraucht wurde, erfasst. Bezogen auf alle Jugendliche rauchen 10% ein- bis dreimal im Monat, 3% rauchen wöchentlich und 0,4% rauchen täglich Shisha.

Bekanntheit Und Konsum Von Shishas 2007
Bekanntheit, Prävalenz und Häufigkeit des Shisha-Rauchens bei 12- bis 17-jährigen Jugendlichen 1997 bis 2007


Weitere Befunde zum Shisha-Rauchen

Die Angaben der 12- bis 17-jährigen Jugendlichen zum Shisha-Rauchen können mit Angaben zum Rauchen in Beziehung gesetzt werden. Betrachtet man die aktuellen Shisha- Raucherinnen und –Raucher hinsichtlich ihrer Selbsteinschätzung zum Rauchen, findet sich unter ihnen ein erheblicher Anteil, die sich nicht als Raucherin bzw. Raucher verstehen. Insgesamt 14% der Jugendlichen sind aktuelle Shisha-Raucherinnen und Raucher, aber nur 48% dieser Jugendlichen schätzen sich selbst auch als Raucherin oder Raucher ein. Die übrigen Jugendlichen beschreiben sich mit 33% als Nichtraucherin bzw. Nichtraucher und mit 19% als Nieraucherin bzw. Nieraucher.

Auch bei der Einschätzung der Schädlichkeit des Rauchens zeigen sich Unterschiede für verschiedene Arten der Rauchexposition. Von den Jugendlichen, die Shishas kennen, halten 91% das aktive Rauchen von Zigaretten für ziemlich oder sehr schädlich. Die passive Exposition von Zigarettenrauch halten noch 70% dieser Jugendlichen für ziemlich oder sehr schädlich. Aber nur 38% schätzen das aktive Shisha-Rauchen als ziemlich oder sehr schädlich ein.

Konsum bei Shisha- oder Zigarettenraucher/innen im letzten Monat
Prozentualer Anteil der Shisha- und Zigarettenraucherinnen und –raucher nach Anzahl der Tage, an denen im letzten Monat Shisha bzw. Zigarette geraucht wurde (Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren)